Die Geschichte des Blumensteins
Mit seiner Dauerausstellung und mit Wechselausstellungen ermöglicht Ihnen das Museum Blumenstein einen facetten- reichen Einblick in die bewegte Geschichte der Stadt und der Region Solothurn.

Als ehemalige herrschaftliche Sommerresidenz einer wohlhabenden Solothurner Patrizierfamilie lässt Sie das Museum Blumenstein gleichzeitig in die Welt spätbarocker Prachtentfaltung eintauchen.


Das Blumenstein genannte Landgut vor den Toren der Stadt gehörte im frühen 17. Jahrhundert der Familie Gibelin.

Im Jahr 1624 kaufte Leutnant Wolfgang I Greder von Wartenfels das Gut für 3’050 Solothurner Pfund und erweiterte es in den folgenden Jahren für weitere 1’650 Pfund nach Süden in den Fegetz.
Wolfgang I Greder von Wartenfels entstammte dem alten Solothurner Kaufmannsgeschlecht Greder. Doch seit der französische Ambassador im Jahr 1530 seine Residenz nach Solothurn verlegt hatte, eröffnete sich für die Solothurner Oberschicht eine weit lukrativere Karrieremöglichkeit:
Bereits Wolfgangs Vater, Jost Greder, hatte den Kaufmannsberuf gegen eine Militärlaufbahn in französischen Diensten getauscht.
Wolfgang I Greder von Wartenfels, der sich 1621 mit Barbara Wallier verheiratet hatte, stieg bis 1639 zum Gardehauptmann auf.

Auf dem erweiterten Blumensteingut scheinen Wolfgang und Barbara bis 1636 einen standesgemässen Sommersitz neu gebaut oder einen bestehenden Bau stark ausgebaut zu haben: Den beiden wurde am 21. Januar 1636 eine Urkunde ausgestellt, welche die Nutzung ihrer Hauskapelle im Blumenstein neu regelte.

Als Wolfgang I Greder von Wartenfels 1641 bei der Belagerung der Stadt Aire (nördlich von Reims) fiel, erbte sein Sohn Wolfgang II Greder von Wartenfels das Blumenstein.
Wolfgang II, der bereits im Alter von sechzehn Jahren in französische Dienste trat und eine glänzende Militärkarriere absolvierte, heiratete 1651 Maria Franziska von Stäffis. Nach deren Tod heiratete er zur Sicherung des Familienbesitzes 1675 ihre Cousine Maria Anna von Stäffis-Montet.

Wolfgang II Greder von Wartenfels-Stäffis erweiterte das Blumensteingut für 1'000 Gulden und baute das bestehende Sommerhaus aus. Der noch erhaltene gewölbte Keller dieses Vorgängerbaus, der heutige Weinkeller des Blumensteins, stammt aus dieser Zeit. Er trägt die Jahrzahl 1656 und die Initialen MGM im Kreuzgewölbe, die wir als Maréchal Greder Montet lesen könnten.

Nach dem Tod Wolfgangs erbte dessen Sohn Lorenz Greder von Wartenfels das Blumensteingut. Auch er stand in französischen Diensten.

Lorenz erweiterte das Gut Blumenstein mit Zukäufen von Land für insgesamt 4'200 Pfund und investierte zwischen 1698 und 1703 grosse Summen in eine durchgreifende Neugestaltung der Gartenanlage der Residenz.
In jenen Jahren wurden 94 Obstbäume, 600 Hagebuchen, zahlreiche Eichen und Kastanienbäume sowie über 200 Linden gepflanzt. Die heute noch bestehende Fegetz-Allee, einst der Zugang von der Stadt zum terrassierten Barockgarten des Blumensteins, stammt aus dieser Zeit.

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Jost Greder von Wartenfels (1533-1629)

Wolfgang I Greder von Wartenfels (1592-1641)

Lorenz Greder von Wartenfels (1658-1716)